Eine Gruppe Lehrerinnen der Ludwig-Erhard-Schule Sigmaringen besuchte Ende Juli im Rahmen des von der EU geförderten Programms Erasmus+ für die irische Hauptstadt Dublin. Ziel der Reise war es, neben dem Kennenlernen des irischen Bildungssystems, die eigenen Englischkenntnisse zu verbessern und gleichzeitig Land und Leute zu entdecken. Regelmäßig nutzen auch Schülerinnen und Schüler der Ludwig-Erhard-Schule Mobilitätsprogramme von Erasmus+ in Dublin.
Das abwechslungsreiche Programm wurde mit einem geführten Stadtrundgang eröffnet. Ausgehend vom berühmten Spire auf der O´Connell Street ging es zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der irischen Hauptstadt. Das EPIC Irish Emigration Museum, das ehemalige Gefängnis Kilmainham Gaol sowie das historische Auswandererschiff Jeanie Johnston ermöglichten einen besonderen Einblick in die Geschichte Irlands, vor allem in die Zeit der großen Hungersnot von 1845 bis 1849, ausgelöst durch Missernten bedingt durch die Kartoffelfäule.
Ein Schwerpunkt des Aufenthalts war der pädagogische Austausch mit irischen Lehrkräften. Am National College of Ireland erhielten die Lehrerinnen neben einer Führung durch die Räumlichkeiten der Schule einen spannenden Vortrag über das irische Bildungssystem sowie die verschiedenen Methoden der Klassenführung. Zur Verbesserung der eigenen Sprachkenntnisse standen mehrere Stunden Englischkurs in einem Sprachinstitut auf dem Programm, an welchem die Lehrkräfte selbst wieder die Schulbank drücken mussten. Dies war durchaus herausfordernd, sorgte aber auch für gute Stimmung und viele Lacher. Weitaus weniger anstrengend war der Besuch der lokalen irischen Start-up-Brauerei Hope Brewery. Dort erläuterte kein geringerer als der Firmenchef persönlich den Lehrerinnen der kaufmännischen Schule die Entwicklung seines erfolgreichen Unternehmens. Eine Verkostung seiner erfolgreichsten Biere gehörte neben einer Betriebsbesichtigung im laufenden Betrieb selbstverständlich auch zum Programm.
Einen Blick über den Tellerrad hinaus war zweifelsohne der Tagesauflug in die Hauptstadt Nordirlands, nach Belfast. Der Besuch des weltbekannten Titanic Belfast Museums war sehr informativ und entführte alle nochmals in die bekannte Geschichte dieses tragischen Schiffs. Die darauffolgende Black-Cab-Tour durch die Stadt, vorbei an den meterhohen „Friedensmauern“ zwischen den katholischen und protestantischen Stadtteilen machten auf ganz andere Weise bedrückt, wurde hier doch die Vergangenheit und Gegenwart des Nordirlandkonflikts sehr unmittelbar für alle sichtbar.
Den Abschluss der Woche verbrachte die Gruppe bei traumhaftem Sonnenschein mit einer Wanderung entlang der Klippen von Howth. Dort bot sich eine atemberaubende Sicht auf die irische Küstenlandschaft und deren Pflanzenwelt. Der Tag wurde abgerundet durch einen Abend mit Live-Musik, typisch irischem Essen und guter Stimmung in einem traditionellen Pub.
Nach einer intensiven Woche ging es für die Lehrerinnen zurück nach Deutschland. Der Erasmus+-Aufenthalt zeigte eindrucksvoll, wie Fortbildung, Sprachenlernen und kulturelle Begegnungen miteinander verbunden werden können. So wurde Dublin nicht nur als Reiseziel, sondern vor allem als lebendiger Lernort erlebt.





